High Heel Feminist, Wellington Rebel, Mary Jane Chuzpenik

Wie warum und überhaupt

Wie warum und überhaupt

On my way home from my trip to Cologne.
Was sich reimt ist gut.
Vielleicht.
Ich liebe Bahnfahrten. Die Strecke entlang des Rheins ist sicher eine der schönsten Bahnstrecken Deutschlands. Jetzt auf dem Rückweg von Köln sogar mit dem für mich ersten Schnee des Jahres. Der Zug ist meine Möglichkeit zur Ruhe zu kommen und Gedanken zu fassen, für die sonst keine Zeit oder kein Raum wäre.

Entstanden ist die Idee für diesen Blog durch eine Gruppe von Frauen, die ziemlich zufällig zusammengefunden haben und von denen ich ein Teil werden durfte. Kismet also. Das ist mittlerweile mehr als ein Jahr her und ich bin sehr, sehr glücklich Teil davon sein zu dürfen. Ich durfte Frauen kennenlernen, mit denen ich so wohl nie zusammen gefunden hätte und die mir ans Herz gewachsen sind.
Ich bin wirklich jeder einzelnen, ob wir uns nun nahe stehen, dieselben Ansichten teilen oder nicht, dankbar. Von diesen Frauen habe ich sehr viel lernen dürfen. Und müssen.
Wie es so schön heißt: Wärme entsteht durch Reibung und es heißt auch, wenn man in anderen etwas entzünden will, muss frau dafür brennen. Manchmal glaube ich, wir müssten ganze Dörfer und Landstriche in unseren Köpfen niederbrennen.
Ich glaube, dass Frauen persönlich und kollektiv sehr von Gruppen profitieren, in denen sie sich zeigen können. Im Guten wie im Schlechten. Gruppen, die sich vorgenommen haben, ihre Mitglieder anzunehmen, auch wenn frau sich vielleicht nicht ganz grün ist oder sich nicht leiden kann.
Das war und ist sowohl eine spannende Lektion, als auch eine Herausforderung für mich.
Menschen sind kompliziert.

Heute Morgen habe ich gesehen, dass der Gender-Artikel, den ich auf Facebook geteilt habe, mehr als 400 Menschen erreicht hat und bisher 10 mal geteilt wurde.
Was für die großen Blogger ein Fliegenschiss ist, ist für mich ein riesiger Grund zur Freude.
Vielen Dank dafür. Damit hätte ich nicht gerechnet. Nicht so bald jedenfalls.
Mich macht das wirklich glücklich. Nicht nur, dass der Artikel wohl so gerne gelesen, geliked und geteilt wird, sondern auch, wie viel Unterstützung ich dafür bekommen habe.
Entstanden ist dieser Artikel aus der Not heraus. Aus Diskussionen, die zum Teil völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Die irgendwann voller Schmerz und verletzter Menschen waren.
Warum ich ihn geschrieben habe, steht schon in der Einleitung. Weil ich kurz und für den Einstieg verständlich formulieren wollte, worum es geht, ohne etwas aus oder wegzulassen. Der wissenschaftliche Diskurs dazu ist spannend. Aber auch im echten Leben abseits der akademischen Welt, sehe ich in der Gendertheorie eine Möglichkeit, den Menschen Worte zu geben, die helfen, ein anderes Denken möglich zu machen.
Ich hatte Hilfe von tollen und engagierten Menschen, denen ich für ihre Geduld sehr dankbar bin.

Ganz zu Beginn des Blogs habe ich geschrieben, dass ich keine besonderen Ambitionen verfolgen würde. So ganz der Wahrheit entspricht das nicht. So ehrlich bin ich mittlerweile mit mir. Werbung oder Coachingangebote wird es hier nicht geben. Meine Aktivität, meine Texte und der Blog verfolgen keine finanziellen Interessen. Dafür ist mir die Sache zu wichtig und ich glaube, dass damit der intersektionale Anspruch den Bach runtergehen würde.
Ich überlege meine Arbeit hier unter die CC-Lizenz zu stellen. Wobei ich aber zugeben muss, dass ich da noch ein wenig mit mir zu hadern habe.
Ich will Menschen erreichen. So klein und so groß gleichzeitig ist mein Wunsch.
„Man“ macht so Sachen. „Man“ tun was „man“ tut und vieles denkt „man“ nicht. Vielleicht weil „man“ es nicht hinterfragt hat oder weil „man“ einfach nicht darauf kommt. Alles menschlich, alles normal.
Ich glaube, dass wenn ein Mensch andere Menschen an seinen Gedanken und seinem Erleben teilhaben lässt, dass das der Anstoß zu eigenen Gedanken und eigenen Fragen sein kann.

Fragt euch.

Wundert euch.

Hinterfragt.

Freut euch.

Seid zornig.

Seit verletzt.

Liebt.

Riot Girls.

Austausch und Berührung.

Brain Fuck.

Hirn Sex.

Ich habe den Eindruck, gerade gefühlt an hundert Artikeln auf einmal zu arbeiten. In Wirklichkeit sind es fünf. Mein Gefühl für Mengen ist manchmal nicht das beste.
Die Geschichte des Feminismus und die feministischen Strömungen sind ein Mammutprojekt, habe ich den Eindruck. Der Spagat zwischen dem was nötig und dem was zu wenig ist, ist nicht einfach zu schaffen.
Die kurze Übersicht über verschiedene (mehr oder weniger geläufige und bekannte) sexuelle und romantische Orientierungen braucht auch noch ein wenig Zeit und Liebe. Vielleicht schaffe ich es noch vor den Feiertagen.
Da ich mich vor ein paar Tagen tierisch über ein paar Äußerungen auf verschiedenen sozialen Kanälen aufgeregt habe, habe ich einen Artikel über Klassismus, „Grammar Nazitum“ und soziale Medien in der Mache.
Es wartet noch eine Doku darauf von mir hier einen Artikel zu bekommen. Das ist nicht wirklich viel oder lang aber ich habe es noch nicht geschafft.
Beim letzten Artikel handelt sich es um ein Buch, dass ich unbedingt vorstellen möchte. Zwar richtet es sich an ein queeres Publikum, ich habe aber die Hoffnung, dass es auch den geraden Schwestern taugen könnte. Es geht um Körperbild und Identität. Für mich ein unglaublich starkes Buch, geschrieben von unterschiedlichen Menschen aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
An Arbeit mangelt es mir nicht…

Und die Facebook Sache…
Ich war lange am überlegen, ob es für ein „Just for fun“ Projekt überhaupt sinnvoll ist, sich eine Facebook Seite zuzulegen. Zumal ich sowohl hier auf dem Blog als auch auf der FB-Seite mit einem Impressumservice arbeite, durch den für jede Verwendung Kosten entstehen. Gerade im Hinblick auf den Schwerpunkt des Blogs und der Offenheit in Bezug auf Queerness, ist es mir lieber, auf diese Weise etwas anonymer zu bleiben. Ich habe kein Interesse daran, dass jeder, der mir herzliche Vergewaltigungswünsche zukommen lassen möchte, gleich weiß wie ich wirklich heiße oder gar wo ich wohne. Zwar kann ich die Intention der DSGVO verstehen, sehe aber Online-Aktivismus generell und die einzelnen Akteure selbst (gerade mit eigenen Seiten) massiv davon bedroht. Und so lange Hass im Netz so wenig zu effektiv zu handhaben ist, wird diese Schwachstelle bestehen bleiben. Ich habe den Eindruck, dass verbale „Entgleisungen“ in den letzten Jahren sogar eher zugenommen haben, massiver und sexualisierter geworden sind.
Auf der Straße oder sonst wo, würde ich jemandem der mich bedroht auch nicht meine Kontaktdaten aushändigen. Im Internet, bin ich, wenn ich meine eigene Seite betreibe, dazu gezwungen.
Aber zurück zum Thema. Die Facebook-Seite habe ich mir zugelegt, um Inhalte zu teilen. Nicht ausschließlich Blogbeiträge. Das finde ich lame. Ich kann nicht über alles schreiben, gerade bei aktuellen Themen fehlen mir dazu oft die Kapazitäten und den Anspruch habe ich auch nicht. Ich wollte vor allem eine Timeline kreieren, die zum Kern von Dielemmata passt. Ob das Videos sind, ganz banale Memes oder Beiträge anderer Menschen, die mich bewegt haben. So eine Art tägliches Hors d’oeuvre in Sachen Feminismus.
Klar, das hätte ich auch auf meinem persönlichen Profil tun können aber, hey, Reichweite und so ;-)
Habe ich erwähnt, wie sehr ich die Kommentare auf FB liebe?