Jolie Laide Feminist Blogger

Vorsätze für 2020

Vorsätze für 2020

Nein, ich mache nicht bei jedem Mist mit. Zwar muss ich zugeben, dass ich etwas gebraucht habe, das mich dazu motiviert, wieder aktiv zu schreiben, das ist aber nicht alles.
Ich habe mal ein paar Ideen für Vorsätze für das kommende Jahr zusammengefasst. Seht es als kleine Inspirationssammlung. Ausbaufähig, alles andere als vollständig und vielleicht eine kleine Anregung.
Ich will mich nochmals ganz herzlich bei allen bedanken, die Dielemmata lesen, teilen, liken und denen vielleicht sogar gefällt was es hier zu lesen gibt.
Vielen, vielen Dank.

Mehrdimensionalität Baby! – Oder: Intersektionalität

1989 entwickelte Kimberlé Crenshaw die Intersektionalitätstheorie. Sie beschreibt die Überschneidung verschiedener Diskriminierungsformen in einer Person. Ursprünglich entwickelt um die Marginalisierung afroamerikanischer Frauen durch die Überschneidung von Rasse, Klasse und Geschlecht zu erklären, ist diese Theorie bis heute hochrelevant und von Großer Bedeutung um das Zusammenspiel verschiedener Diskriminierungsformen und Privilegien in einer Person oder Personengruppen zu erfassen.

Sei laut. Zeig dich

Wir haben eine Stimme. Nutzen wir sie. Sprechen und schreiben wir über Themen die uns und andere Frauen betreffen. Gerade wenn sie wie Elefanten im Raum stehen, die kein Mensch sehen will. Lassen wir nicht mehr zu, dass Gewalt an Frauen ein familiäres Problem, Morde an Frauen und Kindern eine familiäre Tragödie sind, sexuelle Übergriffe etwas sind, das halt passiert und so viele von uns verletzt und klein gehalten werden, weil das halt so ist.
So muss es nicht sein und so darf es nicht sein.
Schreiben wir politischen Vertretern, gehen wir wählen, schreiben, posten und teilen auf sozialen Netzwerken, beteiligen uns an Diskussionen, besuchen Veranstaltungen, sprechen wir und beziehen Position. Wir sind viele. Lasst uns da sein und lasst uns laut sein.

Frühlingsrollen statt Genderrollen

Versuchen wir uns von dem Konzept der Genderrollen zu lösen. Genderrollen sind die ersten Fesseln, die allen Menschen in ihrem Leben angelegt werden. Unser Geschlecht determiniert nicht unsere Vorlieben und Gefühle, wenn wir nicht dazu erzogen werden. Lasst uns und die Kinder frei sein. Geschlecht gibt nicht vor was wir können, dürfen, sollten oder nicht können. Genderrollen sind scheiße.

Nicht alles ist lustig

Vieles, was als Witz um die Ecke kommt, ist nicht wirklich lustig, sondern lediglich eine Reproduktion völlig bescheuerter und diskriminierender Stereotypen. Ich lache über nichts, das nicht lustig ist und werde versuchen bessere Witze zu erzählen und auf solche zu verzichten, die andere diskriminieren, herabsetzen oder reduzieren.

Mehr Frauen!

Das meiste was wir zu lesen, hören und sehen bekommen ist von Männern. Erweitern wir unseren Horizont. Machen wir uns eine Liste von Werken, die von Frauen geschaffen wurden und lernen wir unsere Welt neu kennen.

One in a million

Den einen Schlag, welcher der Todesstoß für das Patriarchat sein wird, den wird es nicht geben. Steter Tropfen höhlt den Sein. Es gibt tausend Möglichkeiten ein solcher Tropfen zu sein. Finden wir unsere.

Hör zu und lerne

Die Erfahrungen, die wir als Frauen machen, sind keine Einzelerfahrungen. Sie sind etwas, das wir mit vielen anderen teilen. Hören wir uns zu, glauben wir einander. Schaffen wir ein Umfeld, in dem wir und andere Sprechen und gehört werden können. Lernen wir, dass es nicht nur persönliches Versagen und unsere Schuld ist und wir nicht allein sind, mit dem was wir erleben.

Du bist genug

Absolut und sowas von genug. Du brauchst keinen anderen Menschen einen wert zu erhalten oder zu steigern. Du bist genug.

Schließe Frieden mit deinem Körper

Ich meine jetzt explizit nicht Body Love, davon sind viel zu viele von uns viel zu weit entfernt. Das Ziel wäre zu hoch. Frieden ist ein gutes (Etappen-) Ziel.
Dein Körper ist vielleicht nicht so, wie du ihn gerne hättest oder wie du dir den perfekten Körper vorstellst, aber er ist deiner. Vielleicht schaffst du es, deinen Körper als deine beste Freundin zu sehen, mit der du durchs Leben gehst. Eine Beziehung mit Aufs und Abs und inniger Verbundenheit.

Sag “Nein”

Wir sagen zu wenig nein. Weil es unhöflich ist, weil man das nicht so macht oder weil es uns gar nicht in den Sinn kommt. Sagen wir “Nein” zu Dingen, zu denen wir nicht “Ja” sagen wollen und sagen wir mit diesem “Nein”, “Ja” zu uns.

Viva la Menstruation

Menstruation ist nichts schmutziges, nichts ekliges und nichts, wofür sich auch nur ein Mensch schämen sollte. Es ist etwas völlig natürliches, das etwa jeden Monat passiert. Holen wir es aus dieser schambesetzten Ecke. Sprechen und schreiben wir darüber. Sorgen wir dafür, dass kein Mädchen mehr von etwas überrascht wird, was keine Überraschung ist. Dass das Normale endlich normal wird.

Vulva und Vagina

Sagen wir es laut. Sprechen wir die Worte aus, die so vielen von uns nur so schwer über die Lippen gehen. Es sind keine schmutzigen Worte. Es sind keine schmutzigen Körperteile. Nichts wofür wir uns schämen müssen. Holen wir uns die Worte für die weiblichen Genitalien zurück. Sie gehören uns.

Stell dich nicht doof und mach dich nicht klein

Es gibt keinen Grund dazu. Wenn deine Gesellschaft das von dir fordert, ist es die falsche Gesellschaft. Es gibt andere.