High Heel Feminist, Wellington Rebel, Mary Jane Chuzpenik

Meine Beziehungsregeln

Meine Beziehungsregeln

Mir helfen Regeln. Als eine Art Wegweiser in schwierigen Situationen. Es geht mir dabei um meine psychische Stabilität, nicht um Paradigmenreiterei. Es geht, um Orientierungspunkte für mein Handeln zu haben, um mir, für mich überhaupt erst die Möglichkeit oder Notwendigkeit des Handelns aufzeigt. Mir Impulse gibt.

Keine Sorge, ich gehe nicht unter die Lebensberater oder Coaches. Es ist eher eine Art therapeutisches Schreiben. Für mich. Ein Versuch, ein wenig Struktur zu schaffen und Ordnung zu finden. Von diesen Regeln will ich nicht behaupten, sie einzuhalten, schon gar nicht immer. Aber sie sind etwas, wonach ich versuche, mich zu orientieren.

Ich für mich – Bei mir bleiben

Ich mit mir

  1. Ich bleibe meinen Werten und Vorstellungen treu.
  2. Ich muss mir gefallen. Es ist nicht meine Pflicht, anderen Menschen zu gefallen.
  3. Ich darf mir gefallen, auch wenn ich vermeintlichen gesellschaftlichen Standards nicht gerecht werde.
  4. Ich lasse mir Etiketten wie  „Schwierig“, „Kompliziert“, „Komisch“, „Sonderbar“ oder „Herausforderung“ nicht verpassen, um meine Bedürfnisse und Eigenarten kleinzureden oder lächerlich zu machen.
  5. Ich werde keinem anderen Menschen sagen oder vorschreiben, was dieser mit seinem Körper zu tun hat.
  6. Ich werde mich nicht „weiblich“ oder „männlich“ verhalten oder geben, weil das der Vorstellung anderer entspricht.
  7. Andere Menschen sind nicht meine Konkurrenten.
  8. Ich sage mich von einer Planung los, die mir verschiedene Lebensetappen in einer genauen Reihenfolge und einem bestimmten Alter vorschreibt.
  9. Ich werde niemanden ablehnen, nur weil andere das tun.
  10. Ich ignoriere Ratschläge, die mich reduzieren, zum Opfer machen, meinen Selbstwert angreifen.
  11. Ich lehne Menschen nicht aufgrund ihrer Lebensgestaltung, ihrer Beziehungen oder Lebensentscheidungen ab.
  12. Ich bin genug.
  13. Sei kein Arschloch.

Meine Grenzen

  1. Wenn es um meine Grenzen geht, diskutiere ich mein „Nein“ nicht.
  2. Ich werde Menschen zurückweisen, ihren Vorstellungen widersprechen und tun was nötig ist, um meine Grenzen zu respektieren und zu schützen.
  3. Wenn jemand meine Grenzen überschreitet, frage ich mich nicht, was an meinem Verhalten dazu geführt hat.
  4. Ich entschuldige mich nicht, wenn ich meine Grenzen verteidigt habe.
  5. Ich diskutiere das „Nein“ anderer zu deren Grenzen nicht. Ich akzeptiere es, auch wenn es mir nicht gefällt oder ich es nicht verstehen kann.

Kommunikation

  1. Ich entschuldige mich, wenn ich jemandem Unrecht getan habe.
  2. Wenn ich etwas nicht verstehe, frage ich nach.
  3. Ich sage „Nein“ wenn ich „Nein“ meine, nicht „Okay“, nicht „Vielleicht“ nicht „egal“.
  4. Ich sage nicht „okay“, wenn ich „vielleicht“ meine und nicht „vielleicht“ wenn ich „nein“ meine.
  5. Ich werde um Hilfe bitten.

Werte und Überzeugungen

  1. Ich werde meine Meinung nicht von der gesellschaftlichen Mehrheit oder von der Mehrheit meines Umfelds abhängig machen.
  2. Ich erkläre niemandem meinen Standpunkt, meine Meinung oder sonst etwas, wenn ich keine Lust darauf habe.
  3. Ich dulde Menschen nicht in meinem persönlichen Umfeld , die es normal, lustig und richtig finden negative Aussagen der Witze über Minderheiten oder benachteiligte Personengruppen machen.
  4. Ich hinterfrage sexistische, rassistische, adultistische etc. Aussagen. Auch von Menschen die mir nahe stehen.
  5. Ich sage meine Meinung, auch wenn mein Gegenüber eine andere vertritt oder wenn meine Meinung nicht auf Begeisterung stößt.
  6. Ich lache nicht aus Höflichkeit über Witze, die andere Personen oder Personengruppen diffamieren.
  7. Ich werde mich nicht um des Friedens willen davon überzeugen lassen, dass gewisse Arten der Diskriminierung bzw. gewisse Privilegien nicht existieren.
  8. Ich verbringe meine Zeit nicht mit Menschen, mit denen ich sie aufgrund ihrer Einstellung nicht verbringen möchte.
  9. Ich lasse mir nicht einreden, ich wäre zu empfindlich, weil ich mich an vermeintlichen „Kleinigkeiten“ störe oder es „größere“ Probleme in der Welt gibt oder ich wohl zu viel Freizeit habe.

Liebe und Beziehung

  1. Ich pflege meine eigene Definition von Liebe. Sie ist nichts, was nur für wenige spezielle Menschen in einer ganz besonderen, gesellschaftlich vorgelebten und zelebrierten Form existiert.
  2. Ich sage nur „ich liebe dich“, wenn ich es wirklich fühle.
  3. Ich flirte mit niemandem, nur weil die Person es unbedingt möchte oder es „unfreundlich“ wäre es nicht zu tun.
  4. Ich pflege innige Beziehungen nur zu Menschen, die ähnliche oder passende Grundansichten haben wie ich.
  5. Ich glaube nicht, dass ich irgendjemanden aufgrund irgendwelcher Parameter verdient habe oder dass mich irgendjemand verdient hat. Egal aus welchem Grund.
  6. Ich entschuldige mich, wenn ich meinem Gegenüber unrecht getan habe.
  7. Ich ändere meine Überzeugungen nicht meinem Gegenüber zuliebe.
  8. Ich erwarte emotionale Reife, Offenheit und Toleranz von meinem Gegenüber.
  9. Mein Gegenüber ist nicht mein Projekt.
  10. Ich werde nicht versuchen, jemanden zu jemandem zu machen, mit dem ich zusammen sein will.
  11. Ich bin nur mit Menschen zusammen, die so sind, dass ich mit ihnen zusammen sein will.
  12. Mein Gegenüber entscheidet nicht über meinen Körper oder mein Aussehen.

Beziehungen

  1. Ich werde tragen was ich möchte, egal ob es mein Gegenüber eifersüchtig macht oder es sich daran stört.
  2. Ich werde Freundschaften auch dann weiter pflegen, wenn mein Gegenüber diese Menschen nicht mag oder nicht an einer Freundschaft mit ihnen interessiert ist.
  3. Ich bleibe ein „Ich“. Auch im „Wir“.
  4. Ich werde Verständnis zeigen und akzeptieren was ich getan habe, wenn ich mein Gegenüber verletzt habe, anstatt mich zu verteidigen.
  5. Wenn mein Gegenüber mich respektlos behandelt, werde ich klarstellen, dass ich so nicht behandelt werden möchte.
  6. Ich werde deutlich kommunizieren, wie ich mir ein Zusammenleben, inklusive aller Verpflichtungen und Aufteilung der Aufgaben vorstelle.
  7. Ich lasse mich nicht von meinem Gegenüber in Dingen belehren, die es nicht besser weiß.
  8. Ich werde die Meinungen meines Gegenübers (besonders über mich) nicht verinnerlichen, besonders wenn sie nicht mit meinen übereinstimmen.

Sex und Körperlichkeit

  1. Ich spreche über Sex.
  2. Ich spreche offen über Verhütung und den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
  3. Ich spreche darüber, was ich in einer Beziehung oder bei Sex will und brauche. Ich frage, was mein Gegenüber will und braucht.
  4. Ich versuche nicht aus einem „Nein“ oder „vielleicht“ ein „Ja“ zu machen.
  5. Ich verlange Konsens, Höflichkeit und Kommunikation von den Menschen, mit denen ich Sex habe. Auch bei unverbindlichem Sex.
  6. Ich versuche nicht mit Sex etwas zu beweisen.
  7. Sex mit mir umfasst nur das, was ich möchte.
  8. Wenn kein safer Sex, dann gar kein Sex.
  9. Ich habe keinen Sex, nur weil es von mir erwartet wird.
  10. Wenn Sex mir keinen Spaß macht, höre ich auf.

Und wenn nicht?

  1. Wenn es mir jemand schwer macht, mich an diese Regeln zu halten, so wird es für mich besser sein, diese Beziehung zu beenden.

Das sind meine Regeln. Sie müssen für euch nicht passen. Aber vielleicht seht ihr sie ja wie einen Eimer Jelly Beans. Ihr nehmt euch was euch gefällt, der Rest bleibt im Eimer.