High Heel Feminist, Wellington Rebel, Mary Jane Chuzpenik

Lesen zu Halloween

Lesen zu Halloween

In der dieswöchigen Montagsfrage geht es um Literatur zu Halloween.
Wenn es um Literatur geht, bei der es mich gruselt, mir der Schauer eiskalt durch Mark und Bein zieht, dann denke ich an Werke von Thilo Sarrazin, Eva Herrmann, Pick-up Artists oder das Gesamtangebot eines Verlags aus Rottenburg am Neckar. Die Liste der Schauerliteratur ist leider zu lange, um sie als einführenden Text für einen Blogartikel zu verwenden.

Aber es soll um Halloween gehen. Für mich, die ich sehr gerne diese Gelegenheit zu Feiern nutze, geht es dabei nicht nur um Grusel. Es geht um diese besondere Zeit zwischen Sommer und Winter. Eine Zwischenzeit des Wandels und so. In der die Tage kürzer, das Wetter kälter, die Welt grauer und die Bäume bunter werden.

The Bloody Chamber

Es geht um „The Bloody Chamber“ von Angela Carter aus dem Jahr 1979. Der Titel der deutschen Übersetzung lautet „Blaubarts Zimmer“. Bei dem Werk handelt es sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten, die von traditionellen Märchen inspiriert  und von der Autorin neu beleuchtet und auseinander genommen werden. Mit Frauen im Spannungsfeld von Sexualität, Macht, Ohnmacht und Ermächtigung, setzt sich Carter auch in anderen Werken auseinander.

Die Stimmung der Geschichten wird mit dem Begriff „Gothic“ sehr gut beschrieben. Die gewählte Sprache ist bildgewaltig und zeichnet eine düstere Märchenwelt, die gut in die düstere Herbst- und Halloween-Stimmung passt.

Die Frauen der Geschichten brechen mit den traditionellen weiblichen Rollen als maiden in distress, die Hilfe und Rettung durch Männer bedürfen. Ihre Handlungen spielen zwar im Märchen, sie selbst gehen allerdings nicht darin auf, sondern bleiben aktiv gestaltend ohne sich in ihrer bedrückenden Umgebung zu verlieren.

Es sind provozierende, sexualisierende Geschichten voller Blut, Pornografie und Poesie.

Leider scheint die deutsche Ausgabe auf Amazon nicht mehr verfügbar zu sein. Andere Buchhändler oder Händler für Literatur aus zweiter Hand bieten das Buch jedoch an. Aufgrund der besonderen Sprache der Autorin, würde ich jedoch, sofern möglich, zur Originalausgabe raten.