High Heel Feminist, Wellington Rebel, Mary Jane Chuzpenik

#femalepleasure

#femalepleasure
  • Genre: Doku
  • Dauer: 1:37h
  • Regie: Barbara Miller
  • Erscheinungsjahr: 2018

Der Filmtitel ist trügerisch. Es geht nicht um Lust, es geht um Oppression, Stigmatisierung, Ausgrenzung die Folgen davon und den Kampf dagegen. Passend zum Thema des Films tat sich Facebook mit Werbung dafür schwer. Werbeanzeigen und Trailer wurden geblockt. Die Facebook Comunity teilte und teilte. Ein Skandal und ein Armutszeugnis.

Der Film selbst handelt von fünf Frauen aus verschiedenen Ländern und deren Geschichten, die sich um weiblicher Sexualität und weiblicher Lust drehen. Die Frauen, die zu Wort kommen sind keine Unbekannten.
Deborah Feldman ist Autorin des Buches „Unorthodox“, in dem sie von ihrem leben in einer chassidischen Gemeinschaft in New York und ihrem Ausstieg von dort erzählt.
Leyla Hussein ist einigen vielleicht durch ihre TED Talks zum Thema FGM bekannt. Sie ist Gründerin des 2013 ins Leben gerufenen Dahlia Projects.
Rokudenashiko ist eine japanische Mangakünstlerin, die es durch ihr Vulva Kanu und den daraus resultierenden Prozess auch in die deutsche Presse geschafft hat.
Vithika Yadav ist ebenfalls eine durch ihre TED Aktivitäten bekannte indische Menschenrechtsaktivistin.
Doris Wagner ist ehemalige Ordensschwester und Autorin des Buches „Nicht mehr ich: Die wahre Geschichte einer jungen Ordensfrau“.

Der Film zeigt eindrucksvoll, ohne viel zu zeigen, den Kreislauf von Frauenhass, Diskriminierung, sexualisierter und sexueller Gewalt gegen Frauen. Das Fundament dafür bilden religiösen Texte und Traditionen, unterstützt von patriarchalen Strukturen und befeuert von Medien, in die das weibliche vom Subjekt zum Objekt männlicher Vorstellungen macht.

Der Film greift das Thema der Religion so konsistent auf, ohne sich auf eine einzelne Religion zu beschränken. Dadurch schafft er es, die Universalität der Mechanismen aufzuzeigen, die weltweit zu Situation von Frauen führen. Gewalt an Frauen hat Tradition. Überall auf der Welt.

Nicht ganz glücklich war ich mit den Untertiteln. Leider spreche ich kein japanisch, aber es wird klar, dass die Künstlerin Rokudenashiko keine Abdrücke ihrer Vagina, sondern ihrer Vulva erstellt.
Ich halte gerade bei so einem Film die korrekte Bezeichnung der weiblichen Geschlechtsteile für wichtig. Das weibliche Geschlechtsteil ist mehr als etwas, in das ein anderes etwas hineingesteckt wird. Das reduziert das weibliche Geschlechtsteil darauf, welche Funktion es für den Penis hat und tut damit genau dass, wogegen der Film sich positionieren will.
Auch schade finde ich, dass ich den Film als sehr heteronormativ erlebt habe. Homosexualität wird nur ein einziges Mal erwähnt. Gerade zum Thema #femalspleasure bin ich diesbezüglich ein wenig enttäuscht und hätte mir mehr gewünscht.